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Erfolgreiche 1. Diaspora-NRW-Konferenz fand in Dortmund statt




Am Pfingstwochenende (03. und 04. Juni 2017) fand in Dortmund die erste deutsch-afrikanischen Diaspora-Konferenz statt. Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unterschiedlichen Migrationshintergründen fanden den Weg in das Internationale

Begegnungszentrum. Begegnungszentrum auf dem Campus der Technischen Universität, um an der Konferenz teilzunehmen. Auch aus dem Ausland waren Gäste angereist. Thematischer Rahmen der Konferenz waren die Sustainable Development Goals (SDGs) und die UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung. In diesem Zusammenhang wurden entwicklungspolitische Themen diskutiert, die für afrikanische Länder besonders relevant sind.
Da es unmöglich gewesen wäre, die 17 Ziele in zwei Tagen zu behandeln, konzentrierte sich die Konferenz auf 4 Ziele. Diese waren: SDG 4 Bildung, SDG 10 Verringerung von Ungleichheiten, SDG 16 Frieden und Sicherheit und SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele. Die wichtigsten Fragen, die während der beiden Tage behandelt wurden, waren: Wie können nachhaltige Partnerschaften zwischen Ländern des globalen Nordens und Ländern des globalen Südens geschaffen werden? Wo sind auch Partnerschaften zwischen afrikanischen Ländern sinnvoll? Und: Welche Rolle kann die Diaspora spielen, um die Ziele gemeinsam zu erreichen?

Eröffnet wurde die zweitägige Konferenz von Dr. Ümit Kosan, Geschäftsführer des VMDO (Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine in Dortmund e.V.). Anschließend richtete die Erste Sekretärin der Botschaft von Uganda, Frau Margaret Otteskor, das Wort an die Besucher und betonte den Beitrag der Diaspora zur Entwicklung in den Heimatländern.

Alleine die Überweisungen, die sie an Familienmitglieder in ihren Heimatländern schicken, tragen einen beträchtlichen Teil zum BIP bei. Sie sprach auch von der Vorbildfunktion, die gut ausgebildete Migranten für ihre Herkunftsländer haben können. Danach gab es mehrere Inputs und Präsentationen zu diskursrelevanten Themen

. Warum ist Afrika in vielen Bereichen immer noch so weit zurück? Welche historischen Gründe sind mitverantwortlich für die aktuelle Misere des Kontinents? In seinem Vortrag "Black is the Ocean" gab der Eine-Welt-Promotor Serge Palasie einen kurzen Überblick über den Sklavenhandel und die unfreiwillige Migration von Millionen von Menschen. Eine Posterausstellung mit demselben Titel war an beiden Konferenztagen zu sehen. Die Brücke von der Zeit des Sklavenhandels bis in die Gegenwart schlug Elizabeth Kaneza in ihrem Vortrag, in dem sie den Hintergrund der UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung erläuterte und erklärte, warum diese Dekade wichtig ist, um auf die Lebensrealitäten von People of Colour aufmerksam zu machen. Dr. Medard Kabanda gab eine kurze Einführung in die SDGs

. Nach einer Mittagspause mit ausgezeichnetem Essen erläuterte Liza Sekaggya Essaga, Menschenrechtsbeauftragte im Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte UNHCHR, die Aufgaben des Kommissariats in Bezug auf die SDGs. Frau Sekaggya Essaga ging insbesondere auf die Situation in afrikanischen Ländern ein. Viele Menschen fliehen aus Afrika und suchen ihr Glück in Deutschland. Joel Zombou von der Koordinierungsstelle für Flüchtlinge im Kreis Unna sprach über die Situation afrikanischer Flüchtlinge in NRW und speziell in Dortmund. Es gibt viele Gründe, warum Menschen aus Afrika fliehen oder migrieren. Ein Grund ist der Klimawandel, der zu Wüstenbildung und Überschwemmungen führt und die Menschen zwingt, ihre Dörfer zu verlassen. John Takang vom Environmental Governance Institute war via Skype aus Kamerun zugeschaltet, um seinen Vortrag über die Auswirkungen des Klimawandels zu halten. Aus Uganda wiederum konnten mehrere Vertreter persönlich anreisen, um vor allem Einblicke in die Themen "Frieden und Sicherheit" (SDG 16) aus südlicher Perspektive zu geben. Neben dem Klima spielen viele Faktoren eine Rolle.

Zu diesem Thema gaben Okello Makmot, im Ministerium zuständig für Extremismusbekämpfung, und Moses Binoga, zuständig für die Bekämpfung des Menschenhandels, einen detaillierten Überblick. Fehlende Bildungschancen und Berufsperspektiven gefährden auch den Frieden und die Sicherheit und führen dazu, dass Menschen abwandern, zur Flucht gezwungen werden, als Menschenhändler auftreten oder sich radikalisieren. Deshalb sei es wichtig, Maßnahmen dagegen zu entwickeln und Alternativen aufzuzeigen, betonten sie. Beispiele aus der Praxis. Anschließend wurden die Themen aus den Vorträgen in Workshops zu den vier oben genannten SDGs vertieft. Fachpromotorin Tina Adomako leitete den Workshop "SDG4 - Quality Education". Nach einem Input zum aktuellen Stand der Bildung in Subsahara-Afrika diskutierten die Teilnehmer die Gründe für die Bildungskrise und suchten nach Lösungen. Alle waren sich einig, dass die Bildungsprogramme in vielen Ländern südlich der Sahara nicht den Bedürfnissen der Gesellschaft entsprechen. Viele sehen in einer praxisorientierten Ausbildung, ähnlich dem deutschen dualen Ausbildungssystem, eine Entwicklungschance für die afrikanischen Länder.

"Arbeiten Sie zusammen und vermeiden Sie Streitigkeiten untereinander", appellierte Amanda Magambo von NCIP (Northern Corridor Integration Projects) am Ende der Veranstaltung an die Diaspora. "Wirksame Partnerschaften können nur mit starken Organisationen entstehen. Wenn sich mehrere Verbände zusammenschließen, können sie viel mehr erreichen als viele kleine Verbände, die einzeln etwas tun", sagte Magambo.

Abschließend luden die Gäste aus Uganda und Ruanda die Diaspora ein, ihr Know-how und ihre Erfahrung mit ihren Heimat- oder Herkunftsländern zu teilen.

Während der zwei Tage kamen so viele Ideen auf, dass die Teilnehmer lange und intensiv darüber diskutierten. Das Bedürfnis nach Austausch und Vernetzung war so groß, dass die Konferenz am zweiten Tag erst weit nach 16:00 Uhr endete und nicht wie geplant um 14:30 Uhr. Dies kann durchaus als Erfolg gewertet werden. Nun bleibt abzuwarten, welche Ideen konkret aufgegriffen und umgesetzt werden, um zur Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele beizutragen.

Die Konferenz wurde von mehreren Organisationen gemeinsam organisiert. Dazu gehören VMDO e.V.; VKII, der Verein kamerunischer Ingenieure und Informatiker e.V.; Edda Africa e.V.; Culture pour Tous e.V.; der Verein junger Deutsch-Afrikaner e.V.. , AleviDo e.V., sowie das Eine Welt Netz NRW.

Last but not least soll an dieser Stelle auch das hervorragende Catering erwähnt und gelobt werden. Wie Virgina Woolf einmal sagte, man kann nicht gut denken (arbeiten), wenn man nicht gut gegessen hat... (ado)

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